Anti-Ki-67 CE/IVD für IHC – Gynäkologische Pathologie

Anti-Ki-67 CE/IVD für IHC – Gynäkologische Pathologie

Ki-67 ist ein nukleäres Protein, das in aktiven Phasen des Zellzyklus exprimiert wird und der am häufigsten verwendete immunhistochemische (IHC) Marker für die zelluläre Proliferation in der diagnostischen chirurgischen Pathologie darstellt. Anti-Ki-67-IHC (häufig mit dem Klon MIB-1 oder alternativen Klons wie SP6) liefert einen Ki-67-Labeling-Index — den Prozentsatz der gefärbten Tumorzellkerne — und wird in der Brust- und gynäkologischen Onkologie für prognostische Stratifikation, Unterstützung therapeutischer Entscheidungen und Studieneinschluss in ausgewählten Settings eingesetzt.

Klinische Anwendung in der gynäkologischen Pathologie

  • Endometriumkarzinom:
    • Hilft bei der Differenzierung von niedriggradigem endometrioidem Karzinom von hochgradigen Tumoren dank Korrelation mit der Proliferationsrate.
    • Unterstützt die Risikostratifizierung und kann molekulare Klassifikatoren (z. B. POLE-mutiert, p53-abnorm, MMR-defiziente Subtypen) bei der Beurteilung der Tumoraggressivität ergänzen.
  • Endometriumhyperplasie / EIN (Endometrial Intraepithelial Neoplasia):
    • Erhöhtes Ki-67 unterstützt das Vorliegen einer klonalen proliferativen Läsion und kann bei der Unterscheidung atypischer Hyperplasie/EIN von benignem proliferativem Endometrium zusammen mit morphologischen Kriterien helfen.
  • Zervikale Pathologie:
    • Ki-67-Überexpression, insbesondere kombiniert mit p16, stärkt die Diagnose hochgradiger squamöser intraepithelialer Läsionen (HSIL) und erhöht die diagnostische Sicherheit in ambivalenten Fällen.
    • Liefert zusätzliche Informationen zur Proliferation bei zervikalem Adenokarzinom und seinen Vorläufern.
  • Ovarialtumoren:
    • Beurteilt Proliferationsindizes bei serösen und endometrioiden Karzinomen; kann mit Tumorgrad und Verhalten korrelieren.
  • Gestationsbedingte trophoblastäre Erkrankung:
    • Nützlich zur Unterscheidung hydatidiformer Molen von nicht-molaren Gestationen als Teil eines größeren IHC-Panels.
  • Prognostischer Wert:
    • Höhere Ki-67-Indizes sind generell mit aggressiverem Verhalten bei mehreren gynäkologischen Malignomen assoziiert.

Relevanz für die Brustpathologie

  • Risikostratifizierung beim invasiven Mammakarzinom:
    • Integraler Bestandteil der Beurteilung luminaler (ER+/HER2–) Tumoren, hilft bei der Unterscheidung niedrig-proliferativer Luminal-A-ähnlicher von höher-risikoreichen Luminal-B-ähnlichen Profilen.
  • Unterstützung therapeutischer Entscheidungen:
    • Beeinflusst die Überlegung einer adjuvanten Chemotherapie bei ER+/HER2–-Erkrankung in Kombination mit Grad und anderen Biomarkern.
    • In einigen Regionen und klinischen Protokollen eingesetzt, wo genomische Assays nicht verfügbar sind.
  • Prognostischer Wert:
    • Hohe Ki-67-Indizes korrelieren mit erhöhtem Rezidivrisiko, insbesondere bei hormonrezeptor-positiven Tumoren.
  • Prädiktive Einblicke:
    • Kann bei der Beurteilung des Ansprechens auf neoadjuvante endokrine Therapie oder Chemotherapie helfen, insbesondere beim Vergleich von prä- und posttherapeutischen Ki-67-Werten.
  • DCIS (Duktales Carcinoma in situ):
    • Unterstützt Graduierung und Risikobeurteilung bei der Evaluierung der Proliferation innerhalb in-situ-Läsionen.
  • Bedeutung der Standardisierung:
    • Die Brustpathologie stützt sich stark auf die Einhaltung der IKWG-Richtlinien, Scoring-Reproduzierbarkeit und validierte Cut-off-Werte (z. B. ≤5% / ≥30% wo zutreffend).

Wichtige wissenschaftliche Punkte

  • Biomarkertyp: Nukleärer Proliferationsmarker (Ki-67-Antigen); die meisten klinischen Labore verwenden Klon MIB-1; Alternativen (z. B. SP6) sind verfügbar und zeigen vergleichbare Leistung bei Validierung.
  • Klinische Anwendungen: Prognostischer Indikator beim invasiven Mammakarzinom (hilft bei Risikostratifizierung bei ER+/HER2–-Erkrankung), prognostische und prädiktive Informationen bei Endometrium- und anderen gynäkologischen Malignomen sowie Graduierungs-/Verhaltensvorhersage bei ausgewählten Tumorarten.
  • Aktionable Cut-off-Werte: Die International Ki-67 in Breast Cancer Working Group (IKWG) empfiehlt ≤5% und ≥30% als robuste Schwellenwerte bei Einhaltung analytischer und Scoring-Standards; intermediäre Werte erfordern kontextuelle Interpretation.
  • Assay-Überlegungen: Präanalytische Variablen (Fixierungszeit, kalte Ischämie), Antigen-Retrieval, Antikörper-Klon, Färbeplattform und Scoring-Methode beeinflussen die Ergebnisse wesentlich — rigorose Validierung und Laborkontrollen sind essenziell.

 

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