Die Immunhistochemie (IHC) für Anti-PSAP (prostataspezifische saure Phosphatase; PAP; Gen: ACPP) wird als ergänzender Marker für die prostatische Differenzierung in der urogenitalen (GU) Pathologie eingesetzt. Am häufigsten wird sie bei metastasierten Karzinomen mit unbekanntem Primärtumor sowie zur Differenzialdiagnose zwischen Prostatadenokarzinom und Urothelkarzinom angewendet. Die PSAP-Expression äußert sich typischerweise als zytoplasmatische Färbung im gutartigen Prostataepithel und in vielen konventionellen (azinären) Prostatadenokarzinomen.
Biologische Bedeutung von PSAP (PAP/ACPP)
- Prostata-angereichertes Enzym: PSAP wird von Prostataepithelzellen synthetisiert und in die Samenflüssigkeit sekretiert. In normalem adultem Gewebe ist die Expression weitgehend auf das Prostataepithel beschränkt, obwohl über eine begrenzte extraprostatische Expression berichtet wurde.
- Aspekte der Krebsbiologie: Intrazelluläre PSAP-Isoformen haben in experimentellen Systemen eine Phosphataseaktivität gezeigt, mit postulierten Auswirkungen auf Signalwege, die für die Biologie des Prostatakarzinoms relevant sind. Seine genaue funktionelle Rolle bei der Tumorprogression ist jedoch noch nicht vollständig geklärt.
Diagnostischer Nutzen in der urogenitalen Pathologie
- Sensitivität für den prostatischen Ursprung: PSAP zeigt eine häufige Positivität beim azinären Prostatadenokarzinom. Die berichtete Sensitivität variiert je nach Studie und Probentyp (primär vs. metastasiert) und kann bei gering differenzierten, behandelten oder kleinzelligen/neuroendokrinen Tumoren reduziert sein.
- Abklärung von Metastasen: Bei Verdacht auf ein metastasiertes Prostatakarzinom wird PSAP innerhalb eines Panels eingesetzt (z. B. zusammen mit PSA oder NKX3.1). Eine panelbasierte Interpretation verbessert die diagnostische Zuverlässigkeit.
- Überlegungen zur Spezifität: Obwohl PSAP relativ spezifisch für die prostatische Differenzierung ist, wurde über PSAP-Immunreaktivität in einer begrenzten Untergruppe von nicht-prostatischen Tumoren berichtet; die Ergebnisse müssen daher im klinisch-pathologischen Kontext interpretiert werden.
Hauptmerkmale von Anti-PSAP-Antikörpern
- Merkmale der Assay-Leistung: Monoklonale Anti-PSAP-Antikörper werden auf FFPE-Gewebe unter Verwendung von hitzeinduzierter Epitopdemaskierung und polymerbasierten Nachweissystemen angewendet, was zu einer zytoplasmatischen Färbung im Prostataepithel führt.
- Praktiken der analytischen Validierung: Die Leistungsmerkmale (Sensitivität, Spezifität, Reproduzierbarkeit) hängen vom Klon, der Plattform und dem Protokoll ab und sollten durch eine Labormvalidierung gemäß anerkannten Rahmenbedingungen für die Antikörpervalidierung festgelegt werden.



