Allophycocyanin (APC)-konjugierte Anti-Pferd-Primärantikörper sind fernrote fluoreszierende Immunreagenzien, die für durchflusszytometrische Anwendungen optimiert sind, die eine Anregung mit rotem Laser erfordern. Sie werden durch Immunisierung von Wirten wie Ziege oder Kaninchen mit gereinigten Pferde-Immunglobulinen hergestellt, affinitätsgereinigt und an APC konjugiert, ein 105-kDa-Phycobiliprotein aus Cyanobakterien mit Anregungs- und Emissionsmaxima von 650 nm bzw. 660 nm. APC zeichnet sich durch außergewöhnliche Helligkeit aus, mit einem hohen molaren Extinktionskoeffizienten (≈ 7,0 × 105 M−1cm−1) und einer Quantenausbeute von etwa 0,68, was eine empfindliche Detektion equiner Antigene ermöglicht, die in sehr geringen Dichten exprimiert werden. Seine fernrote Emission minimiert spektrale Überlappungen mit FITC und PE und macht APC besonders geeignet für mehrfarbige Immunphänotypisierungs-Panels. Verfügbare Spezifitäten umfassen Anti-IgG (H+L), Anti-IgG-Subklassen- und Anti-IgM-Reagenzien. Eine Voradsorption gegen Maus-, Ratten-, Kaninchen- und Human-Immunglobuline reduziert die Kreuzreaktivität in multi-spezies Experimentierproben zusätzlich.
Anwendungen
APC-konjugierte Anti-Pferd-Antikörper werden häufig in der Durchflusszytometrie und der fluoreszenzaktivierten Zellsortierung (FACS) eingesetzt, wo ihre hohe Fluoreszenzintensität und Kompatibilität mit roten Lasern von 633–647 nm eine quantitative Immunphänotypisierung equiner Leukozytenpopulationen sowie eine empfindliche Detektion intrazellulärer Zytokine ermöglichen. In Multiplex-Bead-basierten Assays fungiert APC als Reporter-Fluorophor zur Quantifizierung von Zytokinen und anderen Biomarkern. Diese Konjugate werden auch in der Immunfluoreszenzmikroskopie und im High-Content-Imaging zur Antigenlokalisierung in fixierten Zellen verwendet. Das fernrote Emissionsspektrum trägt dazu bei, die Gewebeautofluoreszenz zu reduzieren und damit das Signal-Hintergrund-Verhältnis zu verbessern. Typische Arbeitverdünnungen für die Durchflusszytometrie liegen im Bereich von 1:50 bis 1:500. Diese Reagenzien sind ausschließlich für Forschungszwecke bestimmt und nicht für diagnostische Verfahren zugelassen.
