Dihydroxyaceton (DHA), auch bekannt als Glyceron oder 1,3-Dihydroxy-2-propanon, ist die einfachste Ketotriose-Monosaccharid mit der chemischen Formel C3H6O3. Es handelt sich um einen kleinen, dreikohlenstoffhaltigen Zucker, der durch eine Ketongruppe am zweiten Kohlenstoff und Hydroxylgruppen am ersten und dritten Kohlenstoff gekennzeichnet ist. Im Gegensatz zu aldehydhaltigen Zuckern hat DHA keine chiralen Zentren und ist daher achiral.

Chemisch liegt Dihydroxyaceton häufig als hygroskopisches weißes kristallines Pulver vor, das leicht eine dimere Struktur (2,5-Bis(hydroxymethyl)-1,4-dioxan-2,5-diol) in fester Form bildet. In Wasser gelöst dissoziiert das Dimer zur monomeren Form, die bei mild sauren bis neutralen pH-Bedingungen (um pH 4–6) stabil ist, aber in basischeren Umgebungen abgebaut wird. Es hat einen Schmelzpunkt von etwa 89–91 °C und weist einen süßen, kühlenden Geschmack mit charakteristischem Geruch auf.
Biologische und industrielle Bedeutung
Biologisch und industriell ist DHA vor allem für seine Anwendung in sonnenlosen Bräunungsprodukten bekannt. Sein Wirkmechanismus basiert auf einer Maillard-Reaktion zwischen DHA und Aminosäureresten des Keratins in der äußeren Hautschicht, die zur Bildung von Melanoidinen – braunen Polymeren – führt, die natürliche Bräunungspigmente ohne UV-Exposition imitieren. Diese Reaktion benötigt Sauerstoff und findet nicht bei Injektion statt, was ihre oberflächliche Interaktion bei topischer Anwendung unterstreicht.
DHA wird hauptsächlich aus natürlichen Quellen wie Zuckerrüben und Zuckerrohr gewonnen oder durch Fermentation von Glycerin hergestellt. Über die Kosmetik hinaus spielt DHA verschiedene biochemische Rollen und dient als wesentlicher metabolischer Intermediat, insbesondere in seiner phosphorylierten Form – Dihydroxyacetonphosphat – in der Glykolyse und anderen metabolischen Pfaden.
Zusammenfassend ist Dihydroxyaceton ein chemisch einfaches, aber biologisch und industriell bedeutsames Monosaccharid. Seine einzigartige Ketonstruktur, Reaktivität und breiten Anwendungen in kosmetischen und biochemischen Kontexten unterstreichen seine Bedeutung unter den Kohlenhydratverbindungen.

