Azidfreie Anti-Pferd-Primärantikörper sind Immunreagenzien, die ohne Natriumazid als Konservierungsmittel formuliert sind und für Anwendungen entwickelt wurden, bei denen dieses bakteriostatische Mittel die biologische Aktivität oder die nachfolgende Verarbeitung beeinträchtigt. Diese Antikörper werden durch Immunisierung von Wirten wie Ziege, Kaninchen oder Maus mit gereinigten Pferde-Immunglobulinen hergestellt, affin gereinigt und in phosphatgepufferter Kochsalzlösung (PBS) ohne Azid, Rinderserumalbumin (BSA) oder Glycerin-Träger geliefert.
Vorteile azidfreier Formulierungen
Natriumazid wird häufig in Antikörper-Lagerpuffern eingesetzt, hemmt jedoch die Aktivität der Meerrettichperoxidase (HRP), stört Konjugationsreaktionen und ist zytotoxisch für lebende Zellen. Das azidfreie Format erhält die Kompatibilität mit Zellkultur, Antikörper-Markierungsabläufen und enzymgekoppelten Nachweissystemen und reduziert zugleich den Endotoxingehalt für empfindliche biologische Anwendungen. Verfügbare Spezifitäten umfassen Anti-IgG (H+L) und isotypspezifische Reagenzien, wobei flüssige Formulierungen typischerweise in Konzentrationen von 0,5 bis 2 mg/ml bereitgestellt werden.
Anwendungen
Azidfreie Anti-Pferd-Antikörper werden in einer Vielzahl von Immunoassays eingesetzt, die konservierungsmittelfreie Bedingungen erfordern. Bei der Lebendzell-Durchflusszytometrie und der fluoreszenzaktivierten Zellsortierung (FACS) verhindert das Fehlen von Azid zytotoxische Effekte und ermöglicht die funktionelle Analyse equiner Zellen. Diese Antikörper sind konjugationsbereit für die kundenspezifische Markierung mit Fluorophoren, Enzymen oder Nanopartikeln, ohne dass ein Pufferaustausch zur Entfernung störender Konservierungsmittel erforderlich ist. Sie werden häufig in der Immunfluoreszenzmikroskopie, Immunohistochemie, ELISA, Western Blot, Immunpräzipitation sowie in funktionellen Neutralisations- oder Blockierungsassays eingesetzt. Optimale Antikörperverdünnungen sind anwendungsabhängig und sollten empirisch ermittelt werden. Diese Reagenzien sind ausschließlich für den Forschungsgebrauch bestimmt und nicht für diagnostische Verfahren ausgelegt.
