Carboxymethylcellulose (CMC), auch bekannt als Natriumcarboxymethylcellulose, ist ein wasserlösliches anionisches Derivat der Cellulose. Es wird aufgrund seiner verdickenden, stabilisierenden und filmbildenden Eigenschaften weit verbreitet als vielseitiges Hydrokolloid in Lebensmittel-, Pharma- und Industrieanwendungen eingesetzt.
Chemische Struktur und Synthese
CMC wird aus nativer Cellulose, einem linearen β-(1→4)-D-Glucopyranose-Polymer, durch alkalische Aktivierung der Hydroxylgruppen (Reaktivitätsreihenfolge C6 > C2 > C3) und anschließende Veretherung mit Monochloressigsäure (ClCH₂COOH) hergestellt. Dieser Prozess führt zur Einführung von Carboxymethyl-(-CH₂COO⁻)-Substituenten entlang der Cellulosekette, mit typischen Substitutionsgraden von 0,4 bis 1,5 (kommerziell lebensmittelechte Produkte meist 0,65–0,95). Die Wiederholungseinheit [C₆H₇O₂(OH)₃₋ₓ(CH₂COONa)ₓ]ₙ (n ≈ 500–3000; Mw ≈ 90–700 kDa) bewahrt das Polysaccharidgerüst und verleiht polyelektrolytisches Verhalten.
Physikochemische Eigenschaften
Carboxymethylcellulose zeigt hohe Wasserlöslichkeit (>10 % w/v in kaltem und heißem Wasser) und bildet viskose, pseudoplastische Lösungen mit scherentzähmendem Verhalten (Potenzgesetz-Index < 1). Die Viskosität kann durch Kontrolle des Molekulargewichts, des Substitutionsgrads und des Gegenionentyps angepasst werden, wobei Natriumsalze in der Regel die höchste Viskosität bieten. CMC quillt in alkalischen Bedingungen irreversibel und fällt in sauren Medien oder Ethanol aus (pKa ≈ 4,3). Es zeigt gute Salztoleranz bis ca. 0,5 M, thermische Stabilität bis etwa 120 °C und moderate Oberflächenaktivität, die Emulsionsbildung und -stabilisierung ermöglicht. Hochreine Qualitäten werden mit niedrigem Schwermetallgehalt (<10 ppm) und kontrollierten mikrobiellen Werten hergestellt, um den Anforderungen an Lebensmittel- und Pharmazeutikqualität zu entsprechen.

