Tripalmitin, auch bekannt als Glyceryltripalmitat, ist ein gesättigtes langkettiges Triacylglycerol (TAG), das aus drei Palmitinsäure (Hexadecansäure, C16:0) Resten besteht, die an ein Glycerin-Gerüst verestert sind. Natürlich reichlich in Palmöl und tierischen Fetten vorhanden, stellt dieses Lipid ein höheres Homolog in der TAG-Reihe nach Trimyristin dar und wird wegen seines hohen Schmelzpunkts, seiner strukturellen Stabilität und seiner Relevanz in der Lebensmittelwissenschaft und Lipidforschung geschätzt.
Chemische Struktur
Tripalmitin hat die Molekularformel C51H98O6 und eine Molekularmasse von 807,3 g/mol. Sein symmetrisches sn-Glycerin-Kern wird an den sn-1-, sn-2- und sn-3-Positionen mit geradkettigen Palmitoylgruppen verestert. Diese strukturelle Symmetrie verleiht ausgeprägte Hydrophobie (logP ≈ 16,4; log10WS ≈ −17,9), fördert die Bildung stabiler β-kristalliner Polymorphe und ermöglicht die enzymatische Hydrolyse durch Lipasen zur Freisetzung freier Palmitinsäure.
Physikalische Eigenschaften
Tripalmitin ist ein weißer kristalliner Feststoff mit einem Schmelzpunkt von etwa 65–67 °C, einer Dichte von 0,875 g/cm³ bei 70 °C und einem Siedepunkt von etwa 315 °C bei Atmosphärendruck. Es ist unlöslich in Wasser, aber gut löslich in unpolaren organischen Lösungsmitteln wie Ether und Chloroform sowie in heißem Ethanol. Die Verbindung zeigt charakteristischen Lipid-Polymorphismus (α → β′ → β Übergänge) mit einer Schmelzenthalpie von 121 bis 179 kJ/mol, was sie für Studien zur kontrollierten Kristallisation und zum Lipid-Phasenverhalten geeignet macht.
Biologische Funktionen
In biologischen Systemen wird Tripalmitin durch Pankreaslipasen in Glycerin und Palmitinsäure hydrolysiert. Palmitinsäure trägt zur Membranstabilität bei und macht etwa 20–30 % der Fettsäuren in Phospholipiden aus. Sie dient als dichte Energiereserve im Fettgewebe. Ein übermäßiger Verzehr gesättigter TAGs wie Tripalmitin wird jedoch mit erhöhten LDL-Cholesterinwerten und einem erhöhten Risiko für Hyperlipidämie und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht.

