Anti-Calretinin CE/IVD-Antikörper für die Immunhistochemie (IHC) in der Lungenpathologie sind weit verbreitete Reagenzien, die in klinisch validierte diagnostische Arbeitsabläufe zum Nachweis von Calretinin (CALB2) integriert sind – einem calciumbindenden Protein, das mit mesothelialer Differenzierung assoziiert ist. Ihre Rolle in standardisierten Panels zur Beurteilung von Malignomen der Pleura und zur Unterscheidung zwischen malignen Mesotheliomen und Lungenkarzinomen ist gut belegt.
Biologische Bedeutung von Calretinin in der Lungenpathologie
Calretinin ist ein 29-kDa EF-Hand-calciumbindendes Protein, das an der intrazellulären Calciumsignalisierung und der zellulären Differenzierung beteiligt ist.
- Physiologisch exprimiert in:
- Mesothelzellen, die die Pleura auskleiden.
- Neuronalen und ausgewählten endokrinen Geweben.
- In der Thoraxpathologie:
- Zeigt eine starke nukleäre und zytoplasmatische Expression in Mesothelzellen.
- Diffuse Expression bei malignen Mesotheliomen, insbesondere bei epithelioiden Subtypen, während sie bei sarkomatoiden Varianten oft reduziert ist oder fehlt.
- Funktionelle Bedeutung:
- Marker für mesotheliale Differenzierung und kein tumorspezifisches Antigen.
Diagnostischer Nutzen von Calretinin in der Lungenpathologie
Calretinin ist ein etablierter positiver Mesothelmarker in der IHC.
- Differentialdiagnose:
- Mesotheliome: typischerweise starke, diffuse Positivität.
- Adenokarzinome der Lunge: selten positiv (im Allgemeinen <10 %, abhängig von Studie und Klon).
- Diagnostische Aussagekraft:
- Sensitivität für epithelioide Mesotheliome: ~80–100 % (klon- und studienabhängig).
- Metaanalysen berichten von einer hohen Genauigkeit (Sensitivität ~0,9, Spezifität ~0,95), die je nach Probenart und Methodik variiert.
- Interpretationshinweise:
- Die Kombination aus nukleärer und zytoplasmatischer Färbung erhöht die Spezifität.
- Nicht vollständig spezifisch: gelegentliche Expression in nicht-mesothelialen Tumoren (z. B. Plattenepithel-, Brusttumoren).
- Panel-basierter Ansatz: Wird zusammen mit WT1, CK5/6, D2-40 und epithelialen Markern (z. B. MOC-31, Claudin-4) verwendet.
Hauptmerkmale von Anti-Calretinin CE/IVD-Antikörpern
CE-gekennzeichnete Anti-Calretinin-Antikörper für die In-vitro-Diagnostik sind für klinische IHC-Arbeitsabläufe optimiert.
- Analytische Leistung: Hohe Sensitivität für Mesothelzellen; robuster Nachweis in FFPE-Geweben.
- Färbeeigenschaften: Deutliche nukleäre und zytoplasmatische Immunreaktivität.
- Technische Aspekte: Kompatibel mit automatisierten Plattformen; die Leistung hängt von der Klon- und Protokolloptimierung ab.


