Cetylstearat ist ein gesättigter, langkettiger Wachsester, der durch Veresterung von Stearinsäure (C18:0) mit Cetylalkohol (C16H33OH) entsteht. Er ist als Zwischenglied in der Reihe der einfachen Wachslipide zwischen Stearylstearat und Lauryllaurat positioniert. Dieses pflanzliche Emolliens, das üblicherweise aus Palmen- oder Kokosnuss-Rohstoffen gewonnen wird, gleicht die Fluidität kürzerer Ester mit der Struktur längerer Homologe aus und eignet sich daher ideal zur Texturmodifikation in Körperpflegeformulierungen.
Chemische Struktur
Cetylstearat hat die Summenformel C34H68O2 und ein Molekulargewicht von 508,90 g/mol. Seine Struktur – CH3(CH2)16COO(CH2)15CH3 – weist 32 drehbare Bindungen, zwei Wasserstoffbrückenakzeptoren, keine -donoren, einen TPSA von 26,3 Ų und einen XLogP3-Wert von 16,3 auf. Diese Eigenschaften begünstigen stabile β-kristalline Lamellen durch Van-der-Waals-Wechselwirkungen entlang der asymmetrischen C16/C18-Ketten.
Physikalische Eigenschaften
Cetylstearat ist ein weißer, geruchloser, wachsartiger Feststoff mit einem Schmelzpunkt von ca. 57°C und einem Siedepunkt nahe 380°C bei reduziertem Druck. Mit einer Dichte von ~0,85 g/cm³ löst es sich leicht in heißem Ethanol, Chloroform und Ölen, bleibt jedoch in Wasser unlöslich (log10WS -12,92). Seine Schmelzenthalpie (ΔfusH ~87 kJ/mol) und Verdampfungsenthalpie (ΔvapH ~100 kJ/mol) unterstützen reibungslose Phasenübergänge, während seine geringe Flüchtigkeit die Stabilität während der Schmelzverarbeitung gewährleistet.
Synthese und Herstellung
Industriell wird Cetylstearat durch säure- oder lipasekatalysierte Veresterung von Stearsäure und Cetylalkohol synthetisiert, wobei durch Molekulardestillation Reinheiten von über 98% erzielt werden. Enzymatische Produktionsmethoden, wie sie beispielsweise unter Verwendung von Rhizomucor miehei-Lipase durchgeführt werden, bevorzugen pflanzliche Ursprünge und tragen zur Nachhaltigkeit in der Fertigung bei.

