Cassia-Tora-Gummi

Cassia-Tora-Gummi

Cassia tora Gummi, auch bekannt als Cassia-Gummi, ist ein Galactomannan-Polysaccharid, das aus dem Endosperm der Samen von Cassia tora (auch Senna tora genannt) gewonnen wird. Es wird aufgrund seiner verdickenden, gelbildenden und stabilisierenden Eigenschaften hoch geschätzt und dient häufig als kostengünstige Alternative zu Guarkernmehl und Johannisbrotkernmehl.

Molekulare Struktur

Cassia tora Gummi besteht aus einem linearen Rückgrat aus β-(1→4)-D-Mannopyranose-Einheiten mit α-(1→6)-verknüpften D-Galactopyranose-Seitenketten, die etwa alle 5–8 Mannose-Einheiten angehängt sind. Dies ergibt ein Mannose-zu-Galactose-Verhältnis von etwa 5:1. Das Polymer weist ein hohes Molekulargewicht im Bereich von 200–300 kDa auf und besteht zu etwa 75–84 % aus Polysacchariden, darunter Mannose (77–79 %), Galactose (≈15 %) und Glucose (6–7 %). Der im Vergleich zu Guarkernmehl (≈1:2-Verhältnis) relativ niedrige Verzweigungsgrad verleiht ihm besondere rheologische Eigenschaften. Die empirische Formel wird üblicherweise als (C6H10O5)n·H2O angegeben, und die Monosaccharid-Zusammensetzung wird typischerweise mittels HPLC-basierter Zuckeranalyse bestätigt.

Gewinnung und physikochemische Eigenschaften

Die Herstellung umfasst das Entfernen der Samenschale, Rösten, Mahlen und Trennen des Endosperms, gefolgt von einer Alkoholextraktion und Trocknung, um ein hellgelbes Pulver zu erhalten. Typische Merkmale sind ein pH-Bereich von 5,5–8,0, eine Schüttdichte von etwa 0,6 g/mL und eine Partikelgröße unter 250 µm. Cassia-Gummi dispergiert leicht in kaltem Wasser und bildet hochviskose kolloidale Lösungen (meist >260 mPa·s bei 1 % w/v), zeigt pseudoplastisches Fließverhalten und behält bei Hydratation über 80 °C eine gute thermische Stabilität. Es weist eine gute Säuretoleranz (pH 4–10) auf und kann bei Konzentrationen von 75 % oder höher Gele bilden. Das Polymer ist unlöslich in Ethanol und enthält nur geringe Mengen an Chrysophansäure, was zu seinem toxikologisch sicheren Profil beiträgt.

Biomedizinische Anwendungen

Die Biokompatibilität von Cassia-Gummi ermöglicht seinen Einsatz in biomedizinischen Formulierungen, insbesondere bei der Entwicklung von Hydrogelfilmen für Wundverbände und kontrollierte Arzneimittelabgabesysteme, wobei Wasserstoffbrückenbindungen mit Weichmachern die mechanische Stabilität und Flexibilität verbessern. Darüber hinaus deutet seine Galactomannan-Struktur auf eine potenzielle präbiotische Wirkung hin, indem sie die mikrobielle Fermentation im Darm fördert.

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