Anti-CD138-Antikörper, die in der Immunhistochemie (IHC) verwendet werden, sind wichtige diagnostische Reagenzien zur Identifizierung von Plasmazellen und zur Bewertung von plasmazellassoziierten hämatologischen Neoplasien in formalinfixierten, paraffin-eingebetteten (FFPE) Geweben.
Biologische Bedeutung von CD138 (Syndecan-1)
- Zelloberflächen-Proteoglykan: CD138 ist ein transmembrane Heparansulfat-Proteoglykan, das Interaktionen zwischen Zellen und der extrazellulären Matrix vermittelt und Signalwege moduliert, die Wachstumsfaktoren und Zytokine betreffen.
- Marker der Plasmazell-Differenzierung: In hämatolymphoiden Geweben gilt CD138 als zuverlässiger Marker für die plasmazytische Differenzierung und zeigt in der Regel eine starke Expression in normalen und neoplastischen Plasmazellen. Es ist jedoch nicht vollständig plasmazellspezifisch, da es auch in epithelialen Geweben und verschiedenen epithelialen Tumoren exprimiert wird.
- Rolle in der Tumorbiologie: Syndecan-1 trägt zur Adhäsion und zum Überleben von Plasmazellen im Knochenmark-Mikromilieu bei und kann Signalwege beeinflussen, die an der Plasmazellproliferation und Tumor-Mikromilieu-Interaktionen beteiligt sind.
Diagnostischer Nutzen von CD138 in der Hämatopathologie
- Identifizierung von Plasmazellen: CD138 erzeugt in der Regel eine starke membranöse Färbung in Plasmazellen in Knochenmarkbiopsien und lymphoiden Geweben und ermöglicht so eine zuverlässige Visualisierung.
- Bewertung des Multiplen Myeloms: Die meisten Fälle von Multiplem Myelom zeigen eine starke CD138-Immunreaktivität, die den Nachweis und die Quantifizierung neoplastischer Plasmazellen ermöglicht, obwohl seltene CD138-negative Plasmazellpopulationen beschrieben wurden.
- Nachweis der plasmazytischen Differenzierung: CD138 hilft bei der Identifizierung plasmazytischer Komponenten bei Erkrankungen wie dem lymphoplasmozytischen Lymphom und anderen B-Zell-Lymphomen mit plasmazytischer Differenzierung.
- Beurteilung der Plasmazellverteilung: Die IHC-Färbung hebt die Lokalisation und Clusterbildung von Plasmazellen in Knochenmark- und Gewebeschnitten hervor.
Wichtige Merkmale von Anti-CD138 CE/IVD-Antikörpern für die IHC
- Validierung für FFPE-Gewebeschnitte unter Verwendung standardmäßiger IHC-Arbeitsabläufe.
- Überwiegend membranöse Färbung, die der Oberflächenexpression von Syndecan-1 entspricht.
- Hohe Sensitivität beim Nachweis von Plasmazellen in Knochenmark und lymphoiden Geweben.
- Kompatibilität mit automatisierten Färbeplattformen und polymerbasierten Detektionssystemen, die in klinischen Laboren verwendet werden.
- Nutzen in diagnostischen Panels zusammen mit Markern wie CD38, MUM1 und Immunglobulin-Leichtketten-Färbungen für Plasmazellneoplasien.



