CD38 ist ein Typ-II-Transmembran-Glykoprotein, das weit verbreitet auf Plasmazellen, B- und T-Lymphozyten, natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) und Zellen der myeloiden Linie exprimiert wird. Es fungiert sowohl als Oberflächenrezeptor als auch als Ektoenzym mit NAD⁺-Glykohydrolase- und ADP-Ribosylcyclase-Aktivitäten. Durch den Metabolismus von NAD⁺ und die Erzeugung von zyklischer ADP-Ribose trägt CD38 zur Regulierung intrazellulärer Ca²⁺-Signalwege bei, welche die Immunaktivierung, Zellproliferation und Differenzierung beeinflussen. CD38 kann zudem an der Zelladhäsion und Signaltransduktion durch Interaktionen mit Liganden wie CD31 beteiligt sein und so die Kommunikation zwischen Immun- und Stromazellen unterstützen.
Biologische Bedeutung
- Immunregulation: CD38 spielt eine zentrale Rolle bei der Aktivierung und Differenzierung von Lymphozyten. Es moduliert Signalwege, die mit dem B-Zell-Rezeptor und der T-Zell-Aktivierung assoziiert sind, und trägt zur Regulierung von Immunantworten bei.
- Metabolische Signalübertragung: Durch seine enzymatische Kontrolle des NAD⁺-Stoffwechsels reguliert CD38 die Kalziummobilisierung und intrazelluläre Signalwege, die an der zellulären Aktivierung und metabolischen Homöostase beteiligt sind.
- Hämatopoetische Expression: Die CD38-Expression ist besonders stark in terminal differenzierten Plasmazellen und aktivierten lymphoiden Populationen, was es zu einem wertvollen Linien- und Aktivierungsmarker in hämatopoetischen Geweben macht.
Diagnostischer Nutzen
- Identifizierung von Plasmazellen: Der immunhistochemische Nachweis von CD38 ermöglicht eine zuverlässige Identifizierung von Plasmazellen in Knochenmark- und Gewebebiopsien und unterstützt die Diagnose von Plasmazellneoplasien wie dem multiplen Myelom.
- Subtypisierung lymphoider Malignome: Expressionsmuster von CD38 unterstützen die Charakterisierung von B-zell-lymphoproliferativen Erkrankungen und können helfen, neoplastische Populationen von reaktiven lymphoiden Zellen zu unterscheiden.
- Prognostische Relevanz: Bei bestimmten hämatologischen Malignomen, einschließlich der chronischen lymphatischen Leukämie, können die CD38-Expressionsniveaus mit dem Fortschreiten der Erkrankung korrelieren und zur immunphänotypischen Risikobewertung beitragen.
Hauptmerkmale von CE/IVD-Antikörpern
- Hohe Spezifität und Sensitivität: Optimiert für den robusten Nachweis der membranösen und zytoplasmatischen CD38-Expression in formalinfixiertem, paraffineingebettetem (FFPE) Gewebe.
- Regulatorische Validierung: Die CE/IVD-Zertifizierung gewährleistet eine standardisierte analytische Leistung, die für diagnostische Laborabläufe geeignet ist.
- Kompatibilität: Konzipiert für die Integration in hämatopathologische Panels mit Markern wie CD138, CD45 und Immunglobulin-Leichtketten zur Unterstützung einer präzisen Klassifizierung von Erkrankungen.
- Reproduzierbarkeit: Strenge Qualitätskontrolle und Chargenkonsistenz ermöglichen eine zuverlässige Färbeleistung und diagnostische Interpretation in der routinemäßigen pathologischen Praxis.


