Glukose

Glukose

Glukose ist ein einfaches Monosaccharid (C₆H₁₂O₆) und das wichtigste Energiesubstrat für nahezu alle lebenden Organismen. Als häufigstes Monosaccharid in der Natur wird es von Pflanzen durch Photosynthese synthetisiert und liegt hauptsächlich in zyklischen α- und β-anomeren Formen vor. Beim Menschen dient Glukose als wesentlicher Stoffwechselbrennstoff für das Gehirn und das zentrale Nervensystem, weshalb eine präzise Regulierung des Blutzuckerspiegels entscheidend für die Aufrechterhaltung normaler physiologischer Funktionen ist.

Wichtige Funktionen und Regulationsmechanismen

Glukose erzeugt zelluläre Energie durch Glykolyse gefolgt von oxidativer Phosphorylierung und produziert unter aeroben Bedingungen etwa 36–38 ATP-Moleküle pro Glukosemolekül. Neben dem Energiestoffwechsel dient Glukose als wichtiger Vorläufer für die Biosynthese von Aminosäuren, Nukleotiden und Lipiden. Überschüssige Glukose wird als Glykogen in der Leber und der Skelettmuskulatur gespeichert oder in Fettgewebe in Triglyceride umgewandelt, um langfristige Energiespeicherung zu ermöglichen.

Die Blutzuckerhomöostase wird durch mehrere Hormone streng kontrolliert. Insulin, das von den β-Zellen der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet wird, fördert die Aufnahme, Nutzung und Speicherung von Glukose, während Glukagon, das von den α-Zellen des Pankreas freigesetzt wird, den Blutzucker durch Glykogenolyse und Glukoneogenese erhöht. Weitere Hormone wie Cortisol und Adrenalin tragen während metabolischem Stress zur Glukoseregulation bei. Die zelluläre Glukoseaufnahme wird durch gewebespezifische Glukosetransporter (GLUT1–GLUT4) vermittelt.

Forschungsanwendungen und klinische Bedeutung

  • Stoffwechselanalyse: Der Glukosestoffwechsel wird häufig mit enzymatischen Tests wie Glukoseoxidase- und Hexokinase-Methoden untersucht, wodurch eine genaue Quantifizierung in biologischen Proben ermöglicht wird.
  • Fortschrittliche Forschungsinstrumente: Radioaktiv markierte Glukose-Tracer (z. B. [¹⁴C]-Glukose), fluoreszierende Glukoseanaloga wie 2-NBDG sowie metabolomische Plattformen auf Basis von Massenspektrometrie (MS) und Kernspinresonanz (NMR) ermöglichen eine detaillierte Untersuchung des Glukosetransports und der Stoffwechselwege.
  • Klinische Bedeutung: Eine gestörte Glukoseverwertung steht im Zusammenhang mit Diabetes mellitus (Typ 1 und Typ 2), Hypoglykämie und Prädiabetes. Die klinische Bewertung basiert auf Nüchtern-Plasmaglukose, oralem Glukosetoleranztest (OGTT) und Messungen des glykierten Hämoglobins (HbA₁c) zur langfristigen Kontrolle der Blutzuckerregulation.

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NB-58-0068
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