
In-situ-Hybridisierungssonden - Molekulare Zytogenetik - Mikrodeletationssyndrome
Mikrodeletionssyndrome sind definiert als eine Gruppe von Syndromen, die durch mikroskopische und submikroskopische Deletionen von zusammenhängenden Genen aus Teilen von Chromosomen gekennzeichnet sind, die jeweils unabhängig voneinander zum Phänotyp beitragen können. Genetische Veränderungen bei Mikrodeletionen sind im Gegensatz zu Chromosomendeletionssyndromen oft nicht mit der Standardauflösung des Karyotyps oder sogar mit hoher Auflösung (2-5 Mb) sichtbar und erfordern molekulare zytogenetische Techniken wie die Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH). Die Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung ist inzwischen zum diagnostischen Standardverfahren für bekannte häufige Mikrodeletionen geworden. Der Phänotyp ist das Ergebnis eines Haplo-Mangels bestimmter Gene im kritischen Intervall. Zu den gut beschriebenen klinischen Syndromen, bei denen die Beteiligung mehrerer schädlicher Gene nachgewiesen wurde oder stark vermutet wird, gehören Velokardiofaziales Syndrom (22q11-Mikrodeletion), Williams-Syndrom (7q11-Mikrodeletion), Neurofibromatose Typ 1 (17q11-Mikrodeletion), Smith-Magenis-Syndrom (17p-Mikrodeletion) und 8p-Mikrodeletionssyndrom. Korrelationen zwischen chromosomalen Rearrangements und klinischen Manifestationen oder Genotyp/Phänotyp-Korrelationen können wesentliche Informationen für die Entdeckung von Entwicklungsursachen und -folgen liefern.


