Tricaprylin, auch bekannt als Glyceryltricaprylat oder Trioctanoin, ist ein mittelkettiges Triacylglycerol (TAG), das durch Veresterung von Glycerin mit drei Caprylsäureketten (Octansäure, C8:0) gebildet wird. Dieses neutrale Lipid erweitert die Serie der kurz- bis mittelkettigen TAGs, zusammen mit Verbindungen wie Tributyrin und Tricaproin, die für ihre schnelle Energieverfügbarkeit und Formulierungsstabilität geschätzt werden.
Chemische Struktur
Tricaprylin hat die Molekülformel C27H50O6 und ein Molekulargewicht von 470,7 g/mol. Seine Struktur besteht aus einem symmetrischen Glycerinrückgrat, das an den Positionen sn-1, sn-2 und sn-3 mit geradkettigen Octanoylgruppen verestert ist. Diese Konfiguration verleiht eine hohe Lipophilie (LogP 8,36–8,9) und macht das Molekül leicht anfällig für lipasevermittelte Hydrolyse, wodurch Caprylsäure für eine schnelle metabolische Nutzung freigesetzt wird.
Physikalische Eigenschaften
Tricaprylin ist eine klare, farblose bis blassgelbe ölige Flüssigkeit mit einer Dichte von 0,95–0,96 g/cm³ bei 20 °C. Es hat einen Schmelzpunkt von etwa 9–10 °C, einen Siedepunkt von etwa 230 °C bei 1 mmHg und einen Flammpunkt nahe 210 °C. In Wasser unlöslich (<1 mg/mL), ist es vollständig mischbar mit Ethanol, Chloroform und Lipidlösungsmitteln. Seine geringe Flüchtigkeit und Oxidationsbeständigkeit tragen zu einer hervorragenden Stabilität bei, selbst unter erhöhten Temperaturbedingungen.
Biologische Funktionen
Nach der Einnahme wird Tricaprylin schnell durch Pankreaslipasen im Dünndarm hydrolysiert. Die freigesetzten mittelkettigen Fettsäuren werden direkt über die Pfortader zur Leber transportiert, wo sie der β-Oxidation und Ketogenese unterzogen werden. Dieser Stoffwechselweg umgeht die Speicherung im Fettgewebe und minimiert die Insulinreaktion, was eine nachhaltige Energiebereitstellung unterstützt. Darüber hinaus kann die aus Tricaprylin gewonnene Caprylsäure modulierende Effekte auf die Darmmikrobiota ausüben und eine leichte antimikrobielle Aktivität aufweisen.

